Biografie
Frida Kahlo wurde am 06.07.1907 in einer Vorstadt von Mexiko-City als 5. Tochter des Berufssoldaten Guillermo Kahlo geboren. Im Alter von sechs Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung, von der sie sich zwar nach einiger Zeit wieder erholte, aber eine Behinderung am rechten Bein zurückbehielt. Ihre Beweglichkeit und Lebensfreude konnte sie trotzdem zurückerlangen. 1925 geschah der schlimme Unfall, der ihr Leben total veränderte. Bei einem Zusammenstoß zwischen einem Omnibus und einer Straßenbahn bohrte sich eine Haltestange durch den Unterleib der damals 18-jährigen Gymnasiastin und es war schon ein Wunder, dass sie überhaupt überlebte. Allerdings war sie nun mit 17 Knochenbrüchen, Verletzungen an der Wirbelsäule und einem zertrümmerten Fuß für Monate ans Bett gefesselt. In ihrem Leben musste sie noch 30 mal operiert werden, sie blieb zeitlebens behindert und konnte keine Kinder bekommen.
Um sich im Krankenhaus von ihren Qualen abzulenken, brachte sie sich das Malen bei. Sie therapierte sich von nun an selbst, indem sie Selbstportraits anfertigte und so ihre Schmerzen auf die Leinwand brachte. Dafür bekam sie eine spezielle Staffelei geschenkt und ein Spiegel wurde extra an der Decke angebracht. So entstand unter anderem eines ihrer berühmtesten Gemälde „die gebrochene Säule“, in dem sie sich mit einem geöffneten Brustkorb zeichnete. Ihr Körper wird anstelle von einem Rückgrat von einer zerbröckelnden Säule gehalten.
Drei Jahre später lernte sie den schon berühmten Maler Diego Rivera kennen, dem sie ihre Bilder zeigte. Er ermutigte sie darin, ihre Arbeit fortzusetzen und sie verliebten sich ineinander. 1929 heiratete sie den doppelt so alten Mann, der sie aber schon bald nach ihrer Hochzeit durch Seitensprünge mit ihrer eigenen Schwester betrog. Da sie ihn trotzdem über alles liebte, sagte sie, Diego sei ihr zweiter schlimmer Unfall gewesen. 1938 wurden Fridas Bilder in New York erstmals in einer Galerie ausgestellt. Ein Jahr später erwarb sogar der Louvre eins ihrer Selbstportraits. Im selben Jahr ließ sie sich von Diego scheiden, um ein unabhängiges Leben zu führen, heiratet ihn aber nach nur einem Jahr erneut.
Frida beteiligte sich 1940 an der internationalen Surrealistenausstellung „Exposicion International de Surrealismo“, die in Mexiko stattfand. 1946 wurde sie mit dem mexikanischen Nationalpreis ausgezeichnet. Ihre letzten Jahre musste sie größtenteils im Bett verbringen, da sie sich 1950 wieder zahlreichen Operationen unterziehen lassen musste. Sie wurde alkohol- und drogenabhängig und verlor 1953 ihr rechtes Bein. Trotzdem malte sie weiter und unterrichtete sogar noch ihre Schüler. Außerdem wuchs ihre Verbundenheit zu der Kommunistischen Partei, der sie schon seit langem angehörte, so nahm sie noch 11 Tage vor ihrem Tod an den Rollstuhl gefesselt an einer Demonstration teil. Obwohl sie Kommunistin war, betrachtete sie ihre Bilder jedoch nicht als politisch. Sie wollte vielmehr in ihnen ihre mexikanische Identität zum Ausdruck bringen. Sie starb am 13. Juli 1954. Ihr Wohnhaus, das „Casa Azul“ in Mexiko ist heute ein ihrem Leben und Werk gewidmetes Museum.