Fridas Häuser

Frida Kahlo und Diego Rivera lebten zwischen 1934 bis 1941 mit kurzen Unterbrechungen in einem Haus in San Angel, das ihr Künstlerfreund Juan O’Gorman auf Diegos Wunsch für sie entworfen hatte. Dabei hatte er alle Freiheiten und konnte sich architektonisch austoben. Es befand sich in der Nähe ihres Heimatortes Coyocan im Süden von Mexiko-City und bestand aus zwei „Zwillings-Häusern im Bauhaus-Stil. So lebten die beiden zwar getrennt voneinander, waren jedoch durch eine Brücke verbunden. Diegos Hälfte war rosa und Fridas tiefblau angestrichen; Diegos war recht groß mit mehreren Stockwerken und einem sehr hohen Dach, während Fridas etwas kleiner war und im großen und ganzen aus drei Räumen bestand.

Frida gefiel die Idee, in getrennten Häusern zu Leben, da so beide in Ruhe arbeiten konnten. Diego war außerdem von der unkonventionellen Art zu Wohnen begeistert, da er als Künstler immer darauf bedacht war, einen außergewöhnlichen Lebensstil zu pflegen. Wenn die Eheleute sich stritten, schloss Frida einfach ihre Tür ab, um Diego damit zu bestrafen. Ihre Häuser wurden zu einem Treffpunkt für Intellektuelle aus aller Welt und Frida veranstaltete mit Vorliebe große Fiestas mit tollen Speisen, obwohl sie lange Zeit nichts für den Haushalt übrig hatte. Diese lebensfrohe und überschwängliche Seite an ihr ging leider in der Öffentlichkeit neben ihren Leiden eher unter. Dieser Ort des Zusammenkommens war ein interessantes Objekt für die Klatschpresse, zumal das Leben der Riveras ohnehin spannend war.

Nach ihrer zweiten Heirat zog es Frida aber in ihr Elternhaus zurück, dass sie sofort auch kobaltblau anstrich, da diese Farbe dem Volksglauben nach böse Geister abwehrt. Als hier zuvor Trotzki mit seiner Frau gewohnt hatte, war das Haus komplett in eine improvisierte Festung verwandelt worden, mit Wächtern, Luken für Maschinengewehre und zugemauerten Fenstern. Nun wurde es aber unter Fridas Obhut schon zu ihren Lebzeiten zu einer Art Museum, da Frida dort Kunstgegenstände aller Art, sowie Möbel und Terrakotta-Geschirr der Eingeborenen sammelte. Außerdem hatte sie eine Vorliebe für Pflanzen und viele Tiere, so dass sie sich unter anderem Affen, Papageien, Hunde, Vögel und Rehe anschaffte.
Nach Fridas und Diegos Tod entstand aber auf seinen Wunsch ein richtiges Museum mit all den gesammelten Gegenständen und vielen Werken Fridas. Das “Casa Azul” besteht so noch heute.