Mexikanische Kunst

Die Kunst und Architektur in Lateinamerika entwickelte sich nach der Eroberung durch Spanien und Portugal ab dem 16. Jahrhundert parallel zu den entsprechenden europäischen Ländern, da alle Stile regelmäßig mit auf den neuen Kontinent gebracht wurden. Die traditionelle Kultur der Einheimischen wurde zunächst ignoriert. Doch bald entstand in den Provinzen eine Mischung aus vorkolumbianischer, westafrikanischer und iberischer Kunst. Der spanische Einfluss blieb aber immer stark, da die einheimischen Handwerker von den Europäern ausgebildet wurden. Außerdem behielten auch nur wenige alte politische und religiöse Zentren an Bedeutung, so wurden viele Bauwerke zerstört und auf koloniale Art und Weise wieder aufgebaut. Auch religiöse Bildnisse und ähnliches wurden durch katholische Bilder und Gegenstände ersetzt. Nur die Zentren der Inkas wurden zum größten Teil erhalten. Im 17. Jahrhundert kamen barocke Elemente nach Lateinamerika herüber, die in der Malerei und Architektur in Form von dramatischen Momenten und Ornamenten eingebracht wurden.

Da die Mehrheit der Bevölkerung im 18. Jahrhundert mittlerweile aus Kreolen, also aus Bewohnern europäischer Abstammung bestand, die in Lateinamerika geboren wurden, änderte sich die Kunst plötzlich. Sie wurde zunehmend glanzvoller und selbstbewusster. Man orientierte sich immer weniger an spanischen Vorbildern. Im 19. Jahrhundert war das nun aufstrebende und unabhängig gewordene lateinamerikanische Bürgertum wieder empfänglicher für künstlerische Signale aus Europa, besonders aus Frankreich. Man übernahm Elemente des Klassizismus und der Romantik und ging zum Studium nach Paris. In den Provinzen hielt man am typischen naivistischen Stil fest. Im 20. Jahrhundert wurde Mexiko, die Heimat Frida Kahlos zum Zentrum der lateinamerikanischen Kunst.

Neben ihr waren auch ihr Mann Diego Rivera, José Orozco und David Alfaro Siqueiros von großer Bedeutung. Sie malten vor allem Wandbilder mit kulturellem und politischem Hintergrund. Nach 1945 schwand das eben noch so starke Interesse an der nationalen Kunst und man fühlte sich wieder mehr von New York und Paris angezogen.